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Gondenbrett 2012
Am 28.10.2012 organisierten wir eine Veranstaltung, die an das Kriegsende in Gondenbrett er­innerte. Ca. 150 interessierten Zu­schau­er wurde eine Fülle an Informationen zu den drama­tischen Ereignissen im Februar 1945 geboten.
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Aachener Erklärung

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Living History kann uns hel­fen, das kulturelle Erbe der Ver­gang­en­heit zu verstehen und zu bewahren.
Um dieses Ziel zu erreichen, muß Living History frei sein von jeder politischen, reli­gi­ösen oder ideo­logischen Ein­fluß­nahme durch die Han­delnden selbst oder durch Dritte.
Darum gehören wir zu den Unterzeichnern.

ARDENNENOFFENSIVE



Nach der Normandie

Die 5. Fallschirmjägerdivision ist mit etwa einem Drittel der Mannstärke, aber fast ohne schweres Gerät und Fahrzeugen aus der Normandiehölle entkommen. Am 1. September 1944 wurde in einer Meldung an das OKH die Stärke mit ca. 4.000 Mann angegeben, was einen Verlust von fast 8.000 Mann bedeutet. Allerdings sind in den nächsten Wochen noch viele Versprengte nachgekommen. Das Pionierbataillon der Division führte nach dem Falaise-Kessel noch einige Aufträge für diverse Verbände aus, den letzten am 3.September bei Nancy. Danach wurde auch das Restbataillon auf dem Bahnhof Champigneulle bei Nancy verladen und in den Raum Oldenburg verlegt, wo die Neuaufstellung erfolgen sollte. Die Pioniere fanden dabei auf dem Bahnhof einige „herrenlose“ Zugmaschinen vom Typ Opel Maultier und Mercedes-Lkw, denen man sich zwar nicht ganz legal, aber doch ganz dankbar annahm. Dieses „Organisieren“ wurde von nun an fast normal und lässt einen Hinweis auf einen bekannten Panzerobersten im 2.Wk zu, der sagte „Wenn man Panzer nicht mehr zugewiesen bekommt, sondern diese klauen muss, dann ist der Krieg verloren!“.
Während sich die Hauptkräfte der Division in Holland sammelten wurde das Fallschirm-pionierbataillion 5 im Raum Oldenburg gesammelt. Die 2. Kompanie zog in Bad Zwischenahn unter, die 4. Kompanie im Raum Jeddeloh/Edewecht. Es waren noch 320 Mann von den ursprünglich knapp 1.000 Mann übrig. Teile des Bataillons wurden noch mit anderen Resten der Division am Arnheim-Korridor eingesetzt, bis auch diese in den Aufstellungsraum befohlen wurden. Das Fallschirmpionierbataillion 5 wurde personell wieder auf Sollstärke gebracht, der Personalersatz kam dabei hauptsächlich aus dem Ersatzstandort Gardelegen, wo der Ersatz für die Pioniere der 4. und 5. Fallschirmjägerdivision allgemeinmilitärisch ausgebildet wurden. Einige bekamen eine Zusatzausbildung im Pionierdienst und in der Panzerbekämpfung in Hildesheim, aber der Großteil der Rekruten kam ohne jegliche Spezialausbildung zum Bataillon. Weiterer Ersatz kam von den diversen Bodeneinheiten der Luftwaffe, wie Flugzeugwartungspersonal und Flak. Sogar altgediente Flugzeugführer und fliegendes Personal fanden sich im Fallschirmpionierbataillon wieder. Am Glücklichsten war man noch mit den Männern der Luftwaffenpioniere, aber die Wenigsten der Ersatzmänner waren körperlich oder vom Kampfgeist her mit den „alten“ Fallschirmpionieren zu vergleichen. Ein Problem, mit dem die ganze Division in allen Teilen zu kämpfen hatte. Ersatz für die fehlenden Führer und Unterführer bekam man, indem man bewährte Mannschaftssoldaten zu Unteroffizieren und fähige Unteroffiziere zu Offizieren beförderte. Neuer Bataillonskommandeur wurde der damals erst 24 jährige Hauptmann Gerhard Mertins, der damit zum jüngsten Bataillonskommandeur der Pioniertruppe wurde. Auch stand für die alten Kämpfer des Bataillons erst einmal ein Heimaturlaub an.
Nach dem Urlaub wurde das Bataillon nach Leiden in Holland verlegt, wo die weitere Pionierausbildung durchgeführt wurde. Dort kam es dann auch zum einzigen Todesfall während der Ausbildung, als beim Granatwerferschießen der 4. Kompanie der Hauptfeldwebel der 2. Kompanie, Hauptfeldwebel Horst Rüger, durch einen Splitter tödlich verwundet wurde. Am 10. Dezember 1944 begann der Abmarsch. Jede Kompanie verfügte über 2 Lkw, auf denen das Kompaniematerial transportiert wurde. Kraftstoff war wie gewöhnlich knapp. Am 13. Dezember trafen sie endlich in Bitburg ein (tagsüber standen die Züge oftmals in Wäldern, um gegen Fliegersicht gedeckt zu sein), wo sie Pause machten, um Mitternacht aber schon gen Westen verlegten. 30 Kilometer mussten bis zum Westwall zu Fuß zurückgelegt werden. Die letzten Straßenkilometer bis zur Frontlinie waren komplett mit Stroh ausgelegt, um die Pferde- und Kettengeräusche der anmarschierenden Truppen zu dämpfen. Am Mittag des 14.12. waren die 30 Kilometer zurückgelegt, die ersten Fußkranken waren zu beklagen, das Bataillon war so gut wie nicht motorisiert.

16.-22.12.1944

Die Ardennenoffensive begann am frühen Morgen des 16.12.44. Ziel der Offensive war es, einen Keil zwischen die beiden Westalliierten Großbritannien und die USA zu treiben und Antwerpen zu nehmen. Der Angriffssektor der 5. Fallschirmjägerdivision war die Südfront dieses Keils. Die 5. FJD sollte mit den knapp 16.000 Mann auf einer Fronbreite von 5 Kilometern gen Westen vorstoßen und zusammen mit dem rechten Nachbarn, der 26. Volksgrenadierdivision, den Panzerdivisionen die Flanke decken. Deshalb waren die Zielobjekte (die Zielorte) recht greifbar. Linker Nachbar war die 352. Volksgrenadierdivision, die den Raum Diekirch und Echternach halten sollte. Als am Morgen des 16.12.44 gegen 05.50 Uhr die ersten Kompanien der Division die Our zwischen Stolzembourg und Wiltz überquerten, bestanden die einzigen Sicherungen der Amerikaner aus dem II.Bataillon des 109. Infanterieregimentes der 28. Infanteriedivison. Die 28. InfDiv (mit Spitznamen „Keystone“ wegen des Abzeichens) war in die Ardennen verlegt worden, um sich von den mörderischen Kämpfen im Hürtgenwald im Oktober und November zu erholen. Die Verluste aus dieser Schlacht wurden mit unerfahrenem Ersatz direkt aus den USA ersetzt.

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Roth an der Our, hier wurde eine Behelfsbrücke gebaut.
Die Aufträge des ersten Tages beinhalteten für das Pionierbataillon hauptsächlich das Herrichten von Brücken und übersetzstellen oder deren Vorbereitung. Die 1. Kompanie unter Oberleutnant Sander sollte eigene Baumsperren für die Sturmgeschütze räumen und danach mit Floßsäcken (Schlauch­boot­fähren) Teile der Fallschirmjäger­regimenter und die ersten StuG über Our übersetzen. Die 2. Kompanie unter Oberleutnant Greif sollte die Minensperren bei der Übersetz­stelle Roth an der Our räumen und Einweiser abstellen. Der Rest der Kompanie sollte dann beim Bau einer Behelfsbrücke helfen. Nach Abschluss dieser Arbeiten sollte sie wieder zur kämpfenden Truppe aufschließen. Die 3. Kompanie unter Leutnant Bausch hatte einen ähnlichen Auftrag. Die 4. Kompanie unter Leutnant Prigge erhielt den Auftrag, mit Stoßtrupps über Sturmbooten in Vianden einzubringen und die kleine Stadt für eigene Truppen freizukämpfen, damit dort keine Verzögerungen auftreten. Auch wurden ausgebildete Brückenbauer an die anderen Behelfsbrückenbaustellen abgestellt.

Vor Sonnenaufgang setzten die Pioniere der Division die Sturmkompanien des Fallschirm-jägerregiments 14 über die Our. Sie sollten schnellstmöglich Clerf erreichen, um einen sicheren Brückenkopf auszubauen.
Um 05.00 Uhr morgens am 16.12.44 eröffnete die deutsche Artillerie das Feuer und damit die Schlacht. Leider konnte aus Munitionsmangel nur selten das geplante Trommelfeuer geschossen werden, im Bereich der 5. FJD dauerte es sogar nur wenige Minuten. Die 1. Kompanie fand eine Furt an einem Wehr oberhalb Vianden, wo sie alle Sturmgeschütze und einen großen Teil der Artillerie der 5. FJD sowie Teile der 26. Volksgrenadierdivision übersetzen konnten. Als gegen Nachmittag alle StuG und Fahrzeuge der Sturmgeschützbrigade 11 übergesetzt, hatte die 4. Kompanie am Zollhaus Vianden die Our in Schlauchbooten überquert und Vianden bereits eingenommen. Während der I. Zug Feuerschutz gab säuberten der II. und der III. Zug den Ort. Der schwere Zug der 4. Kompanie nahm dabei mit den 8cm-Granatwerfern die Burgruine unter Beschuss, wo sich einige Amerikaner verschanzt hatten. Die 4.Kompanie hatte in Vianden 5 Tote und 3 Verwundete zu beklagen und nahm 60 US-Soldaten gefangen.

Die 2. Kompanie des Pionierbataillons arbeitete wie geplant an der Brücke bei Roth und wurde unterstützt von den Heerespionieren des BauPiBtl 677. Das Brückenbaugerät kam von den BrüKo (Brückenkolonnen) 964 und 965. Die Brückenbaustelle lag dabei unter ständigem Störfeuer der Artillerie der 4. und 28. US-Infanteriedivision. Am späten Nachmittag des 17.12. war die Brücke fertig, so dass auch die 2.Kompanie zum weiteren Einsatz abmarschierte. Die 1. Kompanie war bereits weit vorgestoßen und hatte die Kreuzung bei Fels Karochette gesichert, fast 20 Kilometer hinter den alten US-Linien. Falls sich Amerikaner aus dem Raum Echternach in Richtung Bastogne absetzen wollten mussten sie hier durch. Tatsächlich kam eine US-Nachrichteneinheit diesen Weg entlang. Die Kolonne, bestehend aus fast 200 Mann und ca. 50 Fahrzeugen, ergab sich der 1. Kompanie. Die Fallschirmpioniere der 1. Kompanie waren damit auf einen Schlag motorisiert und konnten sich aus den reichlichen Vorräten versorgen. Nach dem „kleinen Sieg“ an der Kreuzung wurde eine US-Panzerkolonne gemeldet, die in Stärke von etwa 30 Panzern mit aufgesessener Infanterie anrückte. Die Pioniere der 1. Kompanie legten einen Hinterhalt, in dem die Panzereinheit vollständig aufgerieben wurde. Während dieser Stunden brachen die bei dem Our-übergang nicht mehr benötigten Brückenauer mit den Heerebrückenpionieren auf, um für die Sturmgeschütze und den Tross Übergangsmöglichkeiten über den kleinen Fluss Wiltz zu schaffen. Im Städtchen Wiltz selber befand sich das Hauptquartier der 28. US Infanteriedivision. Im Kampfraum der 5. FJD befanden sich die 4. und die 28. US Infanteriedivisionen, die seit der Normandielandung ununterbrochen im Einsatz waren und in den Kämpfen im Hürtgenwald stark abgekämpft waren und schwere Ausfälle an Mannschaften und Gerät hatten. Während die Materialverluste bei den Amerikanern sehr schnell aufgefüllt wurden war der unerfahrene Personalersatz ein größeres Problem. Oberflächlich ausgebildet hatten die Jungen US-Soldaten nur wenig den motivierten und gut geführten Fallschirmjägern entgegenzusetzen. Am 18.12.44 erhielt der Kommandeur der 28. ID, General Norman Cota, Informationen, dass deutsche Truppen auf dem Weg nach Wiltz seien. Eine Kampfgruppe der 10. US Panzerdivision wurde aber nach Bastogne verlegt anstatt nach Wiltz. Somit waren die amerikanischen Stabseinheiten auf sich selbst gestellt. In diesen Stunden begann der so erfolgreich gestartete Feldzug der 5. FJD durcheinander zu geraten. Die Angriffslinien waren für alle deutschen Einheiten recht genau festgelegt. Wiltz sollte vom 39. Infanterieregiment der 26. Volksgrenadierdivision eingenommen werden. Die Teile der 5. FJD sollten südlich vorbei stoßen. Durch diese Lücke, die die beiden Divisionen in die US-Linien schaffen sollte, würden die Panzerlehrdivision sowie die 2. Panzerdivision hindurchstoßen und Bastogne nehmen. Bastogne war ein Verkehrsknotenpunkt im südlichen Abschnitt des Angriffskeils und deshalb so bedeutend für den weiteren Angriff gen Westen.

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Cafe Schumann, zwischen Wiltz und Bastogne.
Während also die Heeressoldaten der 26. VGD von Osten her auf Wiltz vorrückten kamen Teile des 1. Bataillons des FJR 14 von Süden her. Erfolg hatten die deutschen Fallschirmjäger dennoch, da sie die Dörfer Wahlhausen, Holzthum und Consthum schlichtweg überrannten, außerdem waren die US-Soldaten nicht auf einen Angriff vorbereitet. Das Dorf Hoscheid wurde von 6 Sherman-Panzern (M4 mit 105mm-Kanone) und 3 Shermans (M4 mit 75mm-Kanone) und Truppen vom 110. InfRegt verteidigt. Da die Sturmgeschütze noch nicht komplett über die Our gesetzt waren mussten die Fallschirmjäger das Dorf ohne Panz­er­unt­er­stützung angreifen. Während der Nacht vom 16. auf den 17.12.44 wurden mehrere Angriffe unternommen, die alle scheiterten. Erst am 17.12.44 gegen Abend ging den Verteidigern die Munition aus, deshalb zogen sich die Panzer nach Wiltz zurück, wo sie die dortigen Truppen verstärkten. Das II. Bataillon FJR 14 verlor bei diesen Angriffen über 100 Soldaten. Südwestlich von Wiltz lag eine kleine Straßenkreuzung im Wald, an dem neben einigen Häusern auch ein Café lag, welches der Kreuzung den Namen gab: "Café Schumann". Die bewährte 1. Kompanie nahm diese Kreuzung. Dass zwei deutsche Einheiten fast zeitgleich in Wiltz eindrangen war zwar nicht geplant, überforderte aber die Verteidiger, die darauf hin überstürzt abrückten. Wer dem 1. Bataillon des FJR 14 den Befehl gab, nach Wiltz aufzubrechen kann nicht mehr mit Sicherheit gesagt werden, aber dieses war der erste Schritt zu den Zeitverzögerungen in dem Sektor.

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Gerberei Wiltz, Kompaniegefechtsstand 2.FschPiBtl 5.
Nachdem Wiltz am Morgen des 19.12.44 genommen war und 280 US-Soldaten gefangen genommen wurden entstand ein mittleres Verkehrchaos, als sich die Beutefahrzeuge des FJR 14, Teile des Pionierbataillons sowie Teile der 26. VGD sich in der kleinen Stadt mischten und damit auch noch den Vormarsch der Panzerlehrdivision behinderten. Auch machte sich der eher schlecht ausgebildete Personalersatz der Fallschirmjäger bemerkbar, was sich in „abgewandelten“ oder gar nicht ausgeführten Befehlen bemerkbar machte.
Am 18.12.44 stieß die Panzerlehrdivision (auch 130. Panzerdivision genannt) nördlich an Wiltz vorbei, die 5. FJD südlich davon. Das FJR 14 stieß bis Senochamps vor und öffnete der Panzerlehrdivision den Weg nach Westen. Das FJR 15 stieß am 16.12.44 von Vianden nach Wahlsdorf und Führen vor. Am 18.12.44 waren die US-Linien durchbrochen, nur noch Versprengte standen den Deutschen gegenüber. Anzumerken ist zu den ersten Tagen noch, daß sich die Mörserkompanie und die Panzerjägerabteilung verfahren hatten und erst am 19.12.44 eingesetzt werden konnten. Am 21.12.44 wurde die Straße Arlon-Bastogne eingenommen, womit ein erstes Operationsziel erreicht wurde.
Am 21.12.44 begann die amerikanische Gegenoffensive, die den Wendepunkt der Offensive markierte.

22.12.44 – 16.01.45

In einer Besprechung am 21.12.44 im Gefechtsstand des FJR 15 war Generalmajor Heilmann mit den Leistungen seiner 5. FJD recht zufrieden. Im Angesicht des Ausbildungsstandes waren doch beeindruckende Leistungen erreicht worden. Das FJR 13 hielt den Raum Bigonville, das 14. Burmon und das 15. verteidigte Warnach. Die 11. StuGBrig wurde aufgeteilt im gesamten Verteidungsraum der Division eingesetzt. Nur an der rechten Flanke, zur 352. VGD nördlich Ettelbrück, gähnte ein Loch von über 3 km Länge in der deutschen Front! Teile der Führergrenadierdivision sollten dieses Loch stopfen.
Der südlichste Punkt, der von den Fallschirmpionieren gehalten wurde war der Ort Martelange. Einer der westlichsten Punkte war Sibret bei Bastogne. Die Fallschirmpioniere sicherten die Stellungen durch Anlage von Sprengtrichtern und Minensperren. Dabei waren sie immer den jeweiligen FJR unterstellt. Ab dem 22. Dezember 1944 wurde klar, dass man den angreifenden US-Truppen nicht viel entgegenstellen konnte. Die Kompanien wurden zum Teil zurückgezogen, das Fallschirmpionierbataillon 5 bekam den Auftrag, alle Zufahrtsstraßen nach Bastogne zu verminen. Panzerabwehr war jetzt die größte Aufgabe. Zu allem überfluss besserte sich das Wetter ab dem 22.12. zusehends, so dass die alliierten Jagdbomber eine ständige Gefahr darstellten und den Verkehr am Tage fast unmöglich machten. Aus der Offensive wurde eine Abwehrschlacht.
Am 22.12.44 stießen US-Truppen mit Unterstützung leichter M5-Panzer zu den dt. Stellungen bei Warnach vor. Am 23.12.44 stellten die Amerikaner dann eine Bailey-Bridge (Schnellbrücke) fertig, über die sie dann mehrere M4-Shermanpanzer über die Sauer brachten. Abends am 23.12.44 begann der amerikanische Angriff auf Warnach. Die Panzer konnten durch eine von den Fallschirmpionieren gelegte Minensperre vor Warnach aufgehalten werden, aber die Infanterie drang in den Ort ein. Nach lang anhaltendem Artilleriefeuer räumten die Fallschirmjäger schließlich den Ort. Beim Nachstoßen verloren die Amerikaner 5 Shermans an die StuG, ein weiterer wurde durch Panzerfaust abgeschossen. Auch das 13. FJR verlor Bigonville nach hartem Nahkampf an die Amerikaner.
Am 24.12.44 stellten die Amerikaner alle Angriffe gegen die 5. FJD ein, da an anderen Orten bessere Fortschritte gemacht werden konnten und die Kämpfe gegen die Fallschirmjäger für die Amerikaner zu Zeitaufwendig und Kostspielig wurden. Dadurch bekam die Division einige Tage Ruhe im Kampf gegen den hauptsächlichen Gegner, die 4. US-Panzerdivision. Nur das 14. FJR musste am 30.12.44 mit der 1.SS-Panzerdivision, der Panzerlehrdivision und der 167. Infanteriedivision den Korridor nach Bastogne angreifen. Die US-Truppen unter Patton hatten das eingekesselte Bastogne tags zuvor mit einer starken Kampfgruppe entsetzt und einen Korridor gebildet, durch den unaufhörlich Nachschub und Verstärkung in die Stadt rollten.

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Villers-la-Bonne-Eau war ein heißumkämpfter Ort.
Von der Ausgangsstellung Harlange sollte das Dorf Villes-la-Bonne-Eau eingenommen werden, welches vom III.Bataillon, Infanterieregiment 137 der 35. US-Infanteriedivision verteidigt wurde. Ein Zug des 5. Fallschirmpionierbataillons unterstützte den Angriff mit Flammenwerfern und geballten Ladungen. Das Dorf wurde nach hartem Kampf genommen, nur 169 US-Soldaten gelangten wieder zu den eigenen Linien. Als das 14. FJR den Angriff auf Lutrebois unterstützte, griff das 15. FJR die Stellungen der 26. US-Infanteriedivision bei der Höhe 490 nahe Berlè bei Wiltz an. Der Nachbar war die 9. Volksgrenadierdivision. Die US-Artillerie verschoss am 31.12.44 ganze 15.000 Granaten auf die Stellungsbereiche der beiden Divisionen. Die 81mm Granatwerfer verfeuerten im Durchschnitt 700 Schuss pro Stunde. Die Kämpfe waren sehr verlustreich für beide Seiten, und bei beiden machte sich langsam der Munitionsmangel bemerkbar (Wobei die Amerikaner mit Nachschub rechnen konnten, die Deutschen nicht). Eine besonders hart umkämpfte Ecke in diesem Teil der Ardennen war das Cafè Schumann, oder vielmehr die dortige Straßenkreuzung. Ein amerikanischer Gegenstoß hatte danach zur Folge, dass Teile der 5. FJD im Frontbogen bei Harlange abgeschnitten wurden. Auf Führerbefehl durfte die Division den Frontbogen jedoch nicht verlassen. Entlastung sollte die 276. Volksgrenadierdivision bringen, die jedoch nach den Kämpfen um Echternach auf ein Drittel ihrer ursprünglichen Stärke reduziert war. Dieses war der deutschen Führung entweder nicht bekannt, oder man wollte es nicht zur Kenntnis nehmen. Auf jeden Fall trug die 276. Volksgrenadierdivision durch ihr Eingreifen nur zur Nachschubknappheit bei, brachte dabei aber wenig Erleichterung. Berlè wurde während dieser Tage vom I. Bataillon, 13. FJR verteidigt. Zwischen Weihnachten und Silvester 1944 fing es außerdem an, stark zu schneien, was den deutschen Soldaten mangels Winterbekleidung zusätzlich zu schaffen machte. Am 9.1.45 griffen insgesamt 2 US-Infanteridivision (die 90. Und die 35.) die 5.FJD im Kessel von Harlange an. Die einzige schwere Waffe der Fallschirmjäger war eine 8,8 cm Pak 43 unter dem Befehl von Leutnant Teske von der Fallschirmpanzerjägerabteilung 5, die direkt auf der Höhe 490 stand. Nach massivem Artilleriebeschuss war auch auf der Höhe Ruhe. Am 10.01.45 beschloss die deutsche Führung endlich, die 5. FJD, die 26. Volksgrenadierdivision und die Reste der 9. Volksgrenadier-division aus dem Kessel von Harlange abzuziehen. Die 1. SS PzDiv sicherte die Bewegungen mit 3 Panthern und 2 Flakpanzern „Wirbelwind“, aber als die 5. FJD als letzter Verband herausgezogen werden sollte, wurden die Panzer auf Befehl der PzDiv abgezogen. Die Fallschirmjäger mussten sich ihren Weg selber freikämpfen.

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Bahnhof Schleif, Kompaniegefechtsstand im Januar 1945.
Am 11.1.45 gelang den stark überlegenen US-Divisionen der Durchbruch durch die deutschen Linien. Die Panzerjägerabteilung, das Granat-werferbataillon, die Regimenter 13 und 14 waren praktisch „aufgelöst“. Die gesamte dt. Front fing an zu bröckeln. Anzumerken ist noch, daß Oberstleutnant Gröschke für die Führung des 15. FJR im Kessel von Harlange am 09.01.45 das Ritterkreuz verliehen wurde. Die Amerikaner bezeichneten die Kämpfe als die härtesten des Krieges.
Am 15.01.45 wurden wieder die Stellungen vom 16.12.44, also vom Beginn der Offensive erreicht. Die 5. FJD hat während der Offensive ca. 2.000 Tote und über 5.000 Verwundete und Gefangene verloren. Von den 20 StuG gingen 19 verloren.

Fazit

Die 5. FJD war während der Ardennenoffensive (auch Operation „Herbstnebel“ und die „Wacht am Rhein“ genannt) die einzige Division, die alle ihre Zielobjekte erreicht hat, wenn auch nur für kurze Zeit. Für die anderen Verbände waren die Ziele allerdings auch viel zu weit gesteckt.