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Gondenbrett 2012
Am 28.10.2012 organisierten wir eine Veranstaltung, die an das Kriegsende in Gondenbrett er­innerte. Ca. 150 interessierten Zu­schau­er wurde eine Fülle an Informationen zu den drama­tischen Ereignissen im Februar 1945 geboten.
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Aachener Erklärung

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Living History kann uns hel­fen, das kulturelle Erbe der Ver­gang­en­heit zu verstehen und zu bewahren.
Um dieses Ziel zu erreichen, muß Living History frei sein von jeder politischen, reli­gi­ösen oder ideo­logischen Ein­fluß­nahme durch die Han­delnden selbst oder durch Dritte.
Darum gehören wir zu den Unterzeichnern.

DAS ENDE IM HARZ



Endkampf im Harz 1945

Als eine der letzten Truppen verließen die Reste der 2. Kp den Sauerabschnitt bei Heiderscheid, ständig bedrängt von den materiell haushoch überlegenen US-Truppen. Als die abgekämpften Männer am 18.01.45 die Brücke über die Our bei Dasburg überquerten waren sie wieder in den Ausgangsstellungen vom 16.12.44, dem Beginn der Ardennenoffensive. Das Bataillon war auf die Häfte der ursprünglichen Stärke zusammengeschmolzen.
Der Rückzug in den Raum Prüm konnte noch mit einigen der erbeuteten US-Fahrzeuge bewältigt werden, und auf dem Weg sprengten die Pioniere alle der zahlreich umherstehenden deutschen Fahrzeuge, die meistens aufgrund Benzinmangels stehengelassen wurden. Auch wurde versucht, dem schnell nachfolgenden Feind durch Sprengen von Baumsperren den Schwung zu nehmen. Das Fallschirmpionierbataillon 5 war jetzt völlig zersprengt, teilweise kämpften sich einzelne Züge ohne Kontakt zum Rest Bataillons zurück. Leider gibt es von dieser Zeit an nur bruchstückhafte Informationen zum Weg des FallschPiBtl 5.
Die 2. Kompanie des Pionierbataillons sammelte sich Anfang Februar 1945 bei dem Dorf Lissendorf, eine Ortschaft etwa 8 Kilometer südöstlich von Stadtkyll und am Kyllbach gelegen. Die Reste der Kompanie zogen dort in 4 abgestellten Bahnwaggons unter, die am Bahnhof standen. Nachdem alliierte Jagdbomber die Wagons angriffen und den mit der Schreibstube in Brand schossen zogen die Pioniere weiter in das Dorf Gondenbrett, etwa 10 Kilometer südlich von Lisendorf und 5 Kilometer nördlich von Prüm. Am 07.02.45 stand der Amerikaner aber auch vor Gondenbrett, wo die Pioniere die eine Dorfseite hielten, die Amerikaner die andere. Bei einem Angriff der Amierkaner am 09.02.45 ging dann der gesamte III. Zug der 2. Kompanie in Gefangenschaft, nur wenige Männer der 2. Kp konnten entkommen. Diese werden in Kampfgruppen mit anderen Truppenteilen oder einzeln nach und nach ebenfalls in Gefangenschaft geraten sein.
Die 4. Kompanie konnte sich mit etwa 50 % der Ursprungsstärke im Dorf Duppach, zwischen Lissendorf und Prüm gelegen, sammeln. Die Kompanie verminte mit den restlichen Riegelminen die Talsenke bei Gondelsheim. Diese Sperre wurde erst am 04.03.45 von den US-Truppen durchbrochen.
Weiter zurück ging es zum Ort Kalenborn, weil man den Oosbach als zusätzliches, natürliches Hindernis nutzen wollte. Ein Trupp Sprengte die hohen Schornsteine des Kalkwerkes in Büdesheim, damit die Amerikaner diese nicht als Beobachtungsplattform nutzen konnten. Der Rückzug ging weiter über die Orte Hillersheim und Nohn, wo der Ortsausgang vermint wurde. In der Ortschaft Adenau wurde eine Steinbrücke mit einer 250 Kg Fliegerbombe gesprengt, die der Kompaniechef Lt. Richter mit einem Beutejeep „organisiert“ hat.
Diese Restteile wurden geführt von Major Berneike, Träger des Ritterkreuzes und der silbernen Nahkampfspange. Eingesetzt war er als Kampfkommandant von Bad Lauterberg, das er auch mit allen Mitteln zu verteidigen gedachte.
Nördlich von Bad Lauterberg waren die Reste des Fallschirmpionierbataillon 5 unter des RK-Trägers Leutnant Friedrich Bausch damit beschäftigt, mehrere Brücken über die kleinen Harzbäche zu sprengen. Die knapp 50 Mann wurden verstärkt durch ca. 100 Mann Ersatz, der über keine Sprungerfahrung, geschweige denn Pionierausbildung verfügte. Aus dem Ruhrkessel waren die Pioniere über den Westerwald und Kassel in den Harz gelangt. Die Stellungen lagen beim Dorf Bernterode. Täglich kam es dabei durch Jabo-Beschuß zu Ausfällen.
Am 12.04.45 griff das 413. US-Infanterieregiment Bad Lauterberg an. Die zahlenmäßig weit unterlegenen Fallschirmjäger mußten die Stadt nach heftigem Häuserkampf räumen. Die Bevölkerung lebte während der Kämpfe in den Bergbunkern im Harz. Da es keine sanitätsdienstliche Versorgung oder Wasser gab, gingen einige Zivilisten zu den amerikanischen Linien, um eigenmächtig eine Kapitulation anzubieten. Major Berneike führte diese Verhandlungen weiter, aber ohne Erfolg. Am 14.04.45 war Bad Lauterberg schließlich komplett von den deutschen Truppen gesäubert. Die verteidigenden Fallschirmjäger wurden an diesem Tage von amerik. Aufklärungspanzern umgangen, so daß die Verteidiger auch den Ortsrand aufgeben mußten. Der neue Gegner war die 1. US-Infanteriedivision, die berühmte „Big Red One“. Das 26. US-InfRegt kämpfte bereits in St. Andreasberg, wo 3 Jagdtiger der 3./schweren Panzerjagdabteilung 512 eine Menge Probleme machten. Die Fallschirmjäger zogen sich deshalb 10 Kilometer nach Braunlage zurück. In Bad Lauterberg sind neben 32 dt. Soldaten auch 75 Zivilisten ums Leben gekommen.
In Braunlage angekommen fanden die Fallschirmjäger ein Chaos vor. Die Reichsstraßen R4 und R24 waren verstopft mit Fahrzeugen und Pferdefuhrwerken. Die Amerikaner stießen von Süden, Westen und Norden auf die Stadt vor. Verschiedene Einheiten wurden von den Kommandeuren einfach aufgelöst, die Soldaten schlicht „entlassen“ (Was später für die Amerikaner keine Rolle spielte, die Gefangenen kamen zum großen Teil in die großen Gefangenenlager in den Rheinauen bei Remagen). Für das Zurückfließen der deutschen Truppen in den Ostharz gab es eine Erklärung: Gerüchten zufolge würden zu Führers Geburtstag am 20.04.45 Geheimwaffen eingesetzt werden, die die Wende im eigentlich schon verlorenen Krieg bringen sollten. Und viele deutsche Soldaten glaubten diesem Gerücht! Zur Verteidigung von Braunlage standen 1 Königstiger und 1 Tiger zur Verfügung. Zu welcher Einheit diese Panzer gehörten kann nicht mehr festgestellt werden (verm. PzJgAbt 512 oder sPzAbt 508). Die Reste der 5. Fallschirmjägerdivision zerstreuten sich hier in den Wirren des Rückzuges. Unter den Gefangenen, die die 1. US-InfDiv am 16.04.45 am Brocken machte, waren einige, viele werden auch direkt in Braunlage die Waffen niedergelegt haben. Sicher ist nur, daß 35 Fallschirmpioniere unter Lt. Bausch am 19.04.45 bei Thale eine Baumsperre gesprengt haben. Die Pioniere waren vollmotorisiert...mit zwei amerikanischen GMC 2,5to Lkw, die sie irgendwie aus den Ardennen bis in den Harz mitbrachten und auf denen insgesamt 2 Tonnen Sprengstoff und Munition waren. Sie wollten versuchen, nach Berlin durchzubrechen (!), aber in dem kleinen Ort Warnstedt staute sich der Verkehr, wo dann noch amerikanische Panzer in den Stau schossen. Die Fallschirmpioniere wurden nach kurzem Häuserkampf gefangengenommen. Es waren noch 12 Mann.

Die 5. Fallschirmjägerdivision hat endgültig aufgehört, zu existieren.